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	<title>My Crime Time</title>
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	<description>Bloody, bloody literature ...</description>
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		<title>Nett ist manchmal eben doch nur die kleine Schwester von Scheiße</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Feb 2012 07:48:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seitdem ich mich auf die Krimibloggerei verlegt habe, hat sich mein Lesegeschmack gewandelt. Früher, ja, da wollte ich es einfach nur spannend haben. Ein wenig was fürs Hirn, vielleicht noch was fürs Herz. Aber prinzipiell reichte mir ein brutaler Mordfall &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/24/nett-ist-manchmal-eben-doch-nur-die-kleine-schwester-von-scheise/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1401&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/joana-virck-alevra-aboutpixel-de.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1402" title="© Joana Virck-Alevra/aboutpixel.de" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/joana-virck-alevra-aboutpixel-de.jpg?w=225&#038;h=300" alt="" width="225" height="300" /></a>Seitdem ich mich auf die Krimibloggerei verlegt habe, hat sich mein Lesegeschmack gewandelt. Früher, ja, da wollte ich es einfach nur spannend haben. Ein wenig was fürs Hirn, vielleicht noch was fürs Herz. Aber prinzipiell reichte mir ein brutaler Mordfall (oder mehrere), ein interessanter Ermittler oder einfach nur eine temporeiche Handlung. Auch besonders blutige Bücher waren absolut kein Problem für mich. Doch dann fing ich mit „My Crime Time“ an – und mein Leseverhalten änderte sich.</p>
<p>Zuerst war ich all der Serienmörder und Psychopathen überdrüssig, die gleich literweise ihre Opfer ausbluten ließen, Körperteile absäbelten und andere Brutalitäten verübten. Beim ersten Mal war das ja noch super ekelig oder abartig oder beides, aber von Psychothriller zu Psychothriller wurden Blutbäder uninteressanter für mich.</p>
<p>Danach mussten alle stilistischen Grobmotoriker dran glauben. Monotone Satzrhythmen? Unbeabsichtigte Wortwiederholungen? Spröde oder vielleicht auch geschwollene Sprache? Nicht mit mir! Solche Bücher langweilten mich. Tun sie noch immer. Denn sie lassen mich am ausgestreckten Arm verhungern. Ich kann nicht eintauchen, nicht warm werden, muss von außen distanziert zugucken. Das mag ich nicht. Deswegen lese ich auch solche Krimis und Thriller nicht mehr.</p>
<p>Früher, ja, da habe ich vor allem die Whodunits und Cozys geliebt. Krimis, die jemand wie <a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/09/kriminell-ist-alle-theorie-%E2%80%9Edas-morderische-neben-dem-leben-von-thomas-wortche/" target="_blank">Thomas Wörtche</a> wohl als „Grimis“ bezeichnen würde. Erst vor kurzem war ich deswegen empört. Inzwischen kann ich ihn ein wenig besser verstehen. Diese ganzen Krimis, in denen es darum geht, dass ein sympathischer Ermittler, der nicht unbedingt immer von der Polizei sein muss, einen Mordfall aufklärt, unterscheiden sich doch nur bedingt voneinander. Mal mag man den Ermittler, dann wieder spielt der Autor damit, dass der Typ ein Scheißkerl ist. Oder so. Mal ist ein Fall knifflig, dann wieder psychologisch. Die Farben mögen sich unterscheiden, das Material hingegen bleibt gleich. Klar, was auch sonst? Ist ja schließlich ein Krimi. Da geht es nun einmal darum, dass Mordfälle aufgeklärt werden. Was soll jetzt also das Gejammer? Weil es eben auch Krimis gibt, die darüber hinausgehen. Weil sie eine kritische Ebene haben, weil sie noch andere Aspekte be- oder Seelen durchleuchten, weil sie relevante politische Bezüge haben oder besonders sozialkritisch sind, weil sie Erzählstrukturen aufbrechen oder mit Sprache spielen. Oder. Oder. Oder.</p>
<p>Solche Krimis gibt es natürlich nicht wie Sand am Meer. Sie verstecken sich in der großen grauen Mainstream-Masse. Versteht mich bitte nicht falsch. Ich liebe den Mainstream! Ich lese auch nach wie vor gerne Cozys und Whodunits. Es ist nur so, dass ich sie nach dem Lesen zuklappe, kurz denke, dass das eben nett war und sie dann ganz schnell wieder vergesse. Da bleibt nichts hängen. Neulich habe ich zum Beispiel „Schlaf in himmlischer Ruh’“ von Charlotte MacLeod gelesen, weil mir die geschätzte <a href="http://winterkatzesbuchblog.blogspot.com/" target="_blank">Winterkatze</a> diesen Krimi empfohlen hat. Ich mochte Peter Shandy! Auch die spöttisch-gemütliche Grundstimmung dieses harmlosen Falles hat mir gefallen. Es war nett. Mehr aber auch nicht. Zwei Stunden später wollte ich eine Rezension schreiben – mir ist nichts zu dem Buch eingefallen, das ich unbedingt hätte sagen müssen. Eigentlich war mir der Krimi zu diesem Zeitpunkt sogar schon total egal.</p>
<p>Da habe ich gemerkt, dass nett absolut keinen Mehrwert hat. Jedenfalls nicht für mich. Ich lasse mich gerne von netten Krimis unterhalten. Aber ich werde mich hinterher nicht mehr dazu zwingen, mir irgendetwas aus dem Gemüt zu leiern, damit ich hier eine Rezension präsentieren kann. Denn, hey, sind wir doch mal ehrlich: Nett ist manchmal eben doch nur die kleine Schwester von Scheiße. Und die kommt hier ja nun schon seit Wochen nicht mehr vor. Obwohl ich ja gerade überlege, ob ich das wieder ändere. Mag ja sein, dass ich zu netten Büchern nichts zu sagen habe, weil sie einfach so durch meine Rübe rauschen und keine Spuren hinterlassen. Aber es gibt ja durchaus schlechte Bücher, die derart mies sind, dass sich darüber dann doch eine Menge schreiben lässt.</p>
<p>Kurzum: Es steht mal wieder eine Änderung auf „My Crime Time“ an. Fortan werde ich also Nettes ignorieren und nur noch Rezensionen zu Büchern verfassen, über die ich tatsächlich auch etwas zu sagen habe. Und diese Regelung bleibt jetzt solange bestehen, bis ich mal wieder meine Tage oder irgendeine andere Hormonwallung habe und meine Meinung ändere. Amen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1401/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1401&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Sherlock Holmes (8): „Der Mann mit der entstellten Lippe“ von Sir Arthur Conan Doyle</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 07:52:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diary for Sherlock]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mann mit der entstellten Lippe]]></category>
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		<category><![CDATA[London Docks]]></category>
		<category><![CDATA[Opiumhöhle]]></category>
		<category><![CDATA[Sherlock Holmes]]></category>
		<category><![CDATA[Sir Arthur Conan Doyle]]></category>

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		<description><![CDATA[Liebes Tagebuch, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie ich zusammengeszuckt bin, als Dr. Watson und ich in dieser furchtbaren Opiumhöhle über Sherlock Holmes gestolpert sind. Ich meine, erst raucht der Mann wie ein Schlot, dann spritzt er sich Kokain &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/22/sherlock-holmes-8-%e2%80%9eder-mann-mit-der-entstellten-lippe-von-sir-arthur-conan-doyle/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1396&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/nantik.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1397" title="© nantik" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/nantik.jpg?w=300&#038;h=216" alt="" width="300" height="216" /></a>Liebes Tagebuch,</p>
<p>du kannst dir gar nicht vorstellen, wie ich zusammengeszuckt bin, als Dr. Watson und ich in dieser furchtbaren Opiumhöhle über Sherlock Holmes gestolpert sind. Ich meine, erst raucht der Mann wie ein Schlot, dann spritzt er sich Kokain und hat noch viele andere Laster, die er immer nur andeutet, von denen ich aber auch gar nichts wissen möchte &#8211; da ist Opiumsucht doch irgendwie eine logische Konsequenz, oder?</p>
<p>Aber vielleicht sollte ich vorher erklären, dass John und ich auch nicht zum Privatvergnügen an den Docks im Osten Londons waren. Keine Macht den Drogen und so! Nein, nein, eigentlich wollte ich den Doktor und dessen Frau ja endlich mal in deren Wohnung besuchen. Kaum hatte ich mich gesetzt, kam aber schon eine total verzweifelte Kate Whitney in den Raum gestürmt und warf sich ihrer ehemaligen Schulfreundin Mary an den Hals. Ja, schon klar, ihr Mann Isa hat ein Drogenproblem. Und auch ja, schon klar, zwei Tage im Rausch, das ist schon ziemlich extrem. Aber warum muss John den Kerl dann eigentlich immer wieder zu dessen Ehefrau karren? Gut, 1889 war es für Frauen noch nicht wirklich statthaft, sich in solchen Gegenden herumzutreiben, aber hey, auch ein Weib kann mal ihren Mann stehen.</p>
<p>Das ist jetzt aber alles eigentlich total egal. Wir waren also zusammen in der „Bar of Gold“, der John und ich, suchten Isa, fanden ihn und schickten ihn mit der Kutsche heimwärts zu seiner holden Gattin. Und dann zupfte so ein Tattergreis dem Doktor an den Rocksaum. Zuerst dachte ich, dass das mal wieder ein Drogenopfer auf der Suche nach Kleingeld ist. Aber nein! Das was Holmes! Zum Glück hat er den Junkie auch nur gespielt. Draußen habe ich ihn nämlich besonders böse angeschaut. Da hat er uns dann verraten, dass er in der Opiumhöhle lediglich recherchiert hätte. Weil doch da vor ein paar Tagen Neville St. Clair aus Lee in Kent verschwunden ist. Deswegen hat dessen Frau Sherlock engagiert. Der soll den Mann jetzt finden. Oder wenigstens das Geheimnis um dessen Verschwinden lösen. Unser hoch verehrter Privatdetektiv hat John und mich dann einfach mit nach Lee genommen, damit auch wir uns mit Mrs. St. Clair unterhalten konnten.</p>
<p>Hach, ich merke schon, dass ich heute besonders langatmig erzähle. Da käue ich jetzt mal nicht detailliert wider, was Mrs. St. Clair uns gesagt hat. Es war jedenfalls derart interessant und erhellend, dass ich nach ihren Schilderungen breit grinsen musste. Ich hatte den Fall gelöst! Sherlock hat mir das natürlich gleich angesehen – und war mächtig sauer. Er war nämlich noch mehrere Pfeifen davon entfernt. Was war das doch für eine Nacht! John Watson hat wie ein Toter ganz, ganz fest und extrem friedlich geschlummert, während Holmes eine Pfeife nach der nächsten gepafft hat und dabei ruhelos hin und her gegangen ist. Ich habe bei derart viel grimmiger Entschlossenheit absolut kein Auge zumachen können. Bevor der Hahn das erste Mal krähen konnte, hatte er die Lösung dann aber auch endlich. Mh, und so etwas nennt sich Meisterdetektiv!</p>
<p>Egal, Sherlock und ich weckten also John, fuhren zurück nach London und klärten auf, was mit Neville St. Clair passiert ist. Watson durfte danach noch mit in die Baker Street fahren. Mich wollte Sherlock allerdings nicht mehr mit dabei haben. Jeden anderen Mann hätte ich Rüpel geschimpft, aber ihm habe ich schnell verziehen. Er mag es nun mal nicht, wenn jemand anderes vor ihm herausbekommt, was denn da nun Sache gewesen ist. Bitterböse hat er mich angeschaut, aber das ist mir egal. Sherlock Holmes ist nicht nachtragend. Wenn ich das nächste Mal in London bin, dann wird er mich bestimmt wieder freundlich empfangen (falls er überhaupt mitbekommt, dass ich wieder da bin).</p>
<p>So, und jetzt muss ich los, liebes Tagebuch. Mag ja sein, dass es sich für eine Frau nicht gehört, alleine in den London Docks herumzuschleichen, aber mal ehrlich: die Opiumhöhlen dort haben schon eine ziemlich mysteriöse Wirkung auf mich. Also habe ich mich jetzt einfach mal als Mann verkleidet, damit ich mich dort in Ruhe umschauen kann. Aber keine Bange, ich gucke wirklich nur. Es bleibt dabei: Keine Macht den Drogen! Oder so.</p>
<p>Herzlich,</p>
<p>deine nantik</p>
<p><em><strong>Sir Arthur Conan Doyle: Der Mann mit der entstellten Lippe.</strong> Erstmals erschienen in „The Strand Magazine“, Dezember 1891.</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1396/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1396/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1396&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Schlimmstmögliche Geschichte: „Im Schatten des Vaters“ von David Vann</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Feb 2012 08:05:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bloody brilliant]]></category>
		<category><![CDATA[Thrill]]></category>
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		<category><![CDATA[David Vann]]></category>
		<category><![CDATA[Im Schatten des Vaters]]></category>
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		<category><![CDATA[Thriller]]></category>
		<category><![CDATA[Tragödie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wisst ihr, was für mich das Schöne an Krimis, Thriller und Co. ist? Die Genreschublade für all die thematisch passenden Bücher ist ja sooooooooo grooooooß! Wenn es extrem spannend ist und mindestens ein Toter vorkommt und es auch noch Ermittlungen &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/20/schlimmstmogliche-geschichte-%e2%80%9eim-schatten-des-vaters-von-david-vann/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1298&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/suhrkamp.jpg"><img class="size-medium wp-image-1299 alignleft" title="© Suhrkamp" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/suhrkamp.jpg?w=180&#038;h=300" alt="" width="180" height="300" /></a>Wisst ihr, was für mich das Schöne an Krimis, Thriller und Co. ist? Die Genreschublade für all die thematisch passenden Bücher ist ja sooooooooo grooooooß! Wenn es extrem spannend ist und mindestens ein Toter vorkommt und es auch noch Ermittlungen gibt (was hier alles, alles, alles zutrifft), dann kann man einen Roman ohne große Probleme in den Schrank mit der Spannungsliteratur packen – auch wenn sich, wie es bei „Im Schatten des Vaters“ der Fall war, die Feuilletonisten vor Begeisterung überschlagen und das Buch als eine große Tragödie, ein Gesellschaftsdrama oder einen großen Zeitgeistroman bezeichnen. Und wahrscheinlich werden sich passionierte Krimileser jetzt empören, dass ich diesen Roman, der ja eigentlich eine Novelle ist und ursprünglich mit fünf Kurzgeschichten zusammen erschien, was den deutschen Verlag aber nicht davon abhielt, die Kurzgeschichten auszugliedern und aus „Im Schatten des Vaters“ eben einen Roman zu machen, jetzt zur Spannungsliteratur packe.</p>
<p>Aber diese Freiheit nehme ich mir, denn am Ende des ersten Teils der Geschichte hat es mich aus den Socken gehauen. Mein Herzschlag setzte einen kurzen Moment aus, mein Atem stockte, ich fing an zu zittern und stürzte emotional ins Bodenlose. Schuld war ein einziger Satz. Dabei hat Vann doch schon vorher eine schier unerträgliche Spannung aufgebaut. Eigentlich hätte ich wissen müssen, dass es schlimmstmöglich ausgehen wird. Dabei ist die Geschichte dann noch gar nicht vorbei, sondern wird von der anderen Seite aus weitererzählt, was aber auch nicht gut ausgeht. Und sowieso und überhaupt….</p>
<p>Stopp!</p>
<p>Worum geht es hier? Ich werde euch jetzt natürlich nicht die tödlichen Pralinen verraten, die in diesem Roman erschreckend plastisch versteckt sind. Aber die Rahmenhandlung, die sieht wie folgt aus: Jim Fenn ist ein emotionaler Versager. Nach zwei gescheiterten Beziehungen gibt er seinen Job als Zahnarzt auf und überredet seinen 13-jährigen Sohn Roy, mit ihm ein Jahr lang auf einer einsamen Insel namens Sukkwan im Südosten Alaskas zu leben.</p>
<p>Eigentlich ist Roy von diesem Plan alles andere als begeistert. Schließlich hat er nicht wirklich eine Beziehung zu seinem Vater – mal ganz davon abgesehen, dass er gerade mächtig pubertiert. Trotzdem geht Roy mit Jim auf die Insel. Und bereut seine Entscheidung. Statt seinem Sohn ein Vorbild zu sein oder ihm näher kommen zu wollen, lebt Jim seine psychische Instabilität aus. Es wird nur das Nötigste geredet, nachts heult sich Jim in den Schlaf, was Roy natürlich emotional überfordert. Es folgt dann auch noch ein Selbstmordversuch, denn Jim stürzt sich vor den Augen seines Sohnes einen Steilhang herunter. Roy kratzt seinen Vater vom Felsen und pflegt ihn gesund. Danach hat er nur noch ein Ziel: Er will unbedingt runter von dieser verdammten Insel.</p>
<p>Was dann passiert, ist katastrophal, unmöglich, hammerhart, erschreckend und einfach nur schlimmstmöglich. Obwohl ..fast noch schlimmer ist, dass die Geschichte nach der Katastrophe weitergeht und man als Leser lernen muss, mit dem, was da geschehen ist, irgendwie umzugehen. David Vann, der hier übrigens Erlebnisse aus seinem Leben verwurstet (endlich mal eine gelungene Schreibtherapie!), geht mit seinen Lesern wirklich gnadenlos um. Zuerst ist da seine messerscharfe und beeindruckend präzise Sprache. Kein Wort wird verschwendet, gesagt wird nur das Nötigste.</p>
<p>Doch unter der unausgesprochenen Oberfläche brodeln die Emotionen. Immer mal wieder erlaubt Vann, einen Blick in den Abgrund zu werfen, der unter dieser fatalen Vater-Sohn-Beziehung entsteht, aber wirklich sehen darf man ihn erst, wenn sich der Boden auftut und man zusammen mit den Protagonisten fällt, fällt und fällt. Ins Endlose. Ins Undenkbare. Das ist so unsagbar spannend, dass dieser Roman ein Psychothriller der Extraklasse für mich ist. Mir doch egal, wenn die Feuilletons „Im Schatten des Vaters“ das Label „Hochliteratur“ verpasst haben. Selbst das Anspruchvollste des Anspruchsvollen (wobei ich so weit hier dann doch nicht gehen würde – grandios reicht vollkommen aus) darf auch mal unterhaltend, weil emotional zutiefst berührend sein.</p>
<p>Wenn ihr euren Verstand, euer Herz und eure Seele also mal wieder so richtig durchrütteln möchtet, wenn ihr hoffen und leiden wollt, dann bitte, bitte, bitte, lest dieses Buch – und zwar genreübergreifend!</p>
<p><em><strong>David Vann: Im Schatten des Vaters.</strong> Suhrkamp, 2011. Gebundene Ausgabe, 184 Seiten. 17,90 Euro (eBook 15,99 Euro)</em></p>
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		<title>Süden im Osten: „Gottes Tochter“ von Friedrich Ani</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 07:43:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dass der 14. Fall für Tabor Süden eine zeitgenössische Adaption und Interpretation von William Shakespeares „Romeo und Julia“ sein soll, ignoriere ich jetzt einfach mal. Die Parallelen sind nämlich derart dürftig und plump umgesetzt, dass ich allein unter diesem Gesichtspunkt &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/17/suden-im-osten-%e2%80%9egottes-tochter-von-friedrich-ani/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1307&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/knaur1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1308 alignleft" title="© Knaur" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/knaur1.jpg?w=196&#038;h=300" alt="" width="196" height="300" /></a></p>
<p>Dass der 14. Fall für Tabor Süden eine zeitgenössische Adaption und Interpretation von William Shakespeares „Romeo und Julia“ sein soll, ignoriere ich jetzt einfach mal. Die Parallelen sind nämlich derart dürftig und plump umgesetzt, dass ich allein unter diesem Gesichtspunkt gezwungen wäre, einen Verriss zu schreiben. Das wiederum hätte Ani nicht verdient, weil er einfach zu gut ist, um schlecht zu sein. Also lassen wir das mit den beiden unglücklich liebenden Veronesern mal, obwohl jetzt allen, die das Theaterstück kennen, klar sein dürfte, wie Südens 14. Fall ausgeht. Wobei … ob ihr es mir glaubt oder nicht, aber Ani bringt tatsächlich noch ein wenig mehr Tragik in die ganze Angelegenheit, weil er mit Bruder Zufall besser befreundet zu sein scheint als Shakespeare. Und wir wissen ja alle: der Zufall kann Grausames hervorbringen. So ist es denn auch in „Gottes Tochter“.</p>
<p>Vor dem Ende aber erst der Anfang. Südens 14. Fall beginnt damit, dass Julika de Vries an ihrem 18. Geburtstag verschwindet. Genauer gesagt türmt sie vor ihrem extrem dominanten Vater Wolf (Mama Margit ist nur Staffage). Julika fährt nach Rostock. Zu ihrem Freund Rico, von dem ihre Eltern nicht wissen, dass er ihr Freund ist (ebenso wenig, wie Ricos Mama Marlen irgendetwas von Julika vorher wusste). Und weil Wolf de Vries ein grauenhafter Despot ist, tyrannisiert er natürlich auch die Vermisstenstelle der Polizei in München. Hauptkommissar Tabor Süden bekommt das alles ab, kümmert sich aber trotzdem um den Verbleib von Julika, denn noch weiß ja niemand, dass sie in Rostock ist. Als Tabor es herausfindet, macht er sich auf in den Osten, kämpft mit Klischees, wird allzu oft von ihnen besiegt, bleibt trotzdem eigen, lernt Julika kennen, erfährt von Ricos rechtsradikaler Vergangenheit, wimmelt das Ehepaar de Vries ab, das aus München angerannt kommt, verliebt sich ein wenig in Ricos Mutter, hechelt Julika und Rico nach Berlin nach, wohin die beiden Jungliebenden inzwischen geflüchtet sind, nimmt Juri, einen Freund von Rico, der rechtsradikale Scheiße am Hacken hat, für die er eingesperrt gehört, fest, und kann letztlich nichts daran ändern, dass die Geschichte wie bei „Romeo und Julia“ ausgeht, weil er nicht anwesend ist.</p>
<p>So viel also zum Inhalt des 14. Süden-Krimis, der mein zweiter war. Obwohl Anis Sprache nicht ganz so krass gegensätzlich wie in <a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/01/25/der-seelenblicker-%E2%80%9Esuden-und-das-verkehrte-kind-von-friedrich-ani/" target="_blank">„Süden und das verkehrte Kind“</a> ist, hat der Roman durchaus seine stilistisch ambivalenten und verstörend poetischen Momente. Urplötzlich zoomt Ani in regelmäßigen Abständen derart nah ein Gemüt oder eine verlorene Seele heran, dass mir beim Lesen ganz schummerig wurde. Manchmal ist es schwierig, derart geballte Emotionen, die sich mit trister Hoffnungslosigkeit paaren, zu ertragen. Aber Ani ist da gnädig und verweilt nicht zu lange in solch transparent-transzendenten Stimmungen, sondern lässt immer mal wieder Beamtendeutsch oder eben die ganz normale Sprache einfließen.</p>
<p>Von vollkommen normaler Sprache kann bei ihm so allerdings keine Rede sein. Anis Stil ist durchaus anstrengend zu lesen, wenn man ihn nicht mag (ein Dazwischen, ein So lala gibt es da leider nicht). Weil Friedrich Ani mit Wortwiederholungen und Worthülsen nur allzu gerne die innere Hilf- und Ratlosigkeit seiner Figuren zeigt. Am ehesten lässt er sich mit Jon Fosse vergleichen, obwohl der Norweger da noch viel vehementer ist (und auch keine Krimis schreibt). Mir persönlich gefallen solche kunstvollen Wiederholungen und tiefgehenden Oberflächlichkeiten. Ich habe aber für jeden, der sagt, dass er oder sie damit nichts anfangen kann, vollstes Verständnis.</p>
<p>Auf My Crime Time wird der Name Friedrich Ani jedenfalls nicht zum letzten Mal gefallen sein. Zum einen werden in „Gottes Tochter“ noch ein paar weitere Fälle erwähnt, auf die ich jetzt dementsprechend neugierig bin. (Mal ganz davon abgesehen, dass ich herausfinden möchte, wie obsessiv Ani mit dem Thema Selbstmord denn nun umgeht, aber dazu vielleicht später und an anderer Stelle mehr) Zum anderen gibt es ja nun nicht nur die Tabor-Süden-Reihe aus Anis Feder. Ich habe also Nachholbedarf ohne Ende. Dann mal auf in die Bücherei!</p>
<p><em><strong>Friedrich Ani: Gottes Tochter.</strong> Knaur, 2004. Taschenbuch, 400 Seiten. 8,90 Euro (eBook 8,49 Euro)</em></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1307/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1307/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1307&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Weine nicht, Taihu: „Tödliches Wasser“ von Qiu Xiaolong</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 07:49:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kommunismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Momentan befinden wir uns hierzulande also im chinesischen Kulturjahr. Bis jetzt habe ich mich mit China höchstens beschäftigt, wenn es um Menschenrechte oder Kunst oder beides ging. Literarisch habe ich aus dem „Land der Mitte“ kaum etwas gelesen. Es wurde &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/15/weine-nicht-taihu-%e2%80%9etodliches-wasser-von-qiu-xiaolong/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1343&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/paul-zsolnay-verlag.jpg"><img class="size-medium wp-image-1344 alignleft" title="© Paul Zsolnay Verlag" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/paul-zsolnay-verlag.jpg?w=183&#038;h=300" alt="" width="183" height="300" /></a></p>
<p>Momentan befinden wir uns hierzulande also im chinesischen Kulturjahr. Bis jetzt habe ich mich mit China höchstens beschäftigt, wenn es um Menschenrechte oder Kunst oder beides ging. Literarisch habe ich aus dem „Land der Mitte“ kaum etwas gelesen. Es wurde also höchste Zeit, das zu ändern. Und natürlich habe ich mit einem Krimi von Qiu Xiaolong angefangen, der wohl der bekannteste chinesische Krimischriftsteller ist, obwohl er seit 1988 in den Vereinigten Staaten lebt und arbeitet. „Tödliches Wasser“ ist der sechste Fall für Chen Cao, der nach seinem Studium (englische Literatur) eigentlich Literaturdozent werden wollte, dann aber der Polizei in Shanghai zugewiesen wurde, wo er nun bereits als Oberinspektor Verbrechen aufklärt, über ein perfekt funktionierendes Netzwerk innerhalb des Parteikaders verfügt, nebenbei Kriminalromane übersetzt und auch noch Gedichte schreibt.</p>
<p>Wenn ich diese Auflistung gelesen hätte, ohne den Krimi zu kennen, wäre mir wahrscheinlich nur eine Umschreibung eingefallen: Streber. Vielleicht auch noch das hier: kommunistischer Stiefellecker. Beides wäre nicht eben freundlich gewesen – und mit beidem hätte ich auch noch meilenweit daneben gelegen. Denn Chen ist einer der sympathischsten Ermittler, der mir je in einem Krimi begegnet ist. Ja, er hat steil Karriere gemacht, aber er ist kein Jasager und traut sich auch mal, die Klappe aufzumachen, wenn er nicht ganz parteikonform denkt oder urteilt. Er kann ja schließlich nichts dafür, dass er vom Genossen Parteisekretär Zhao irgendwie gefördert wird. Der ist es letztlich auch, der Chen in „Tödliches Wasser“ sozusagen in Zwangsurlaub schickt.</p>
<p>Eigentlich wollte Zhao ja selbst ins Erholungsheim für Kader nach Waxi, aber da er in Peking etwas erledigen muss, schickt er eben Chen zur Erholung dahin. Der Oberinspektor kennt den Touristenort noch aus seiner Kindheit, muss aber erschreckt feststellen, wie sehr sich Waxi verändert hat: überall Industrie, die aus dem schönen See Taihu ein stinkendes, verdecktes Gewässer gemacht hat. Als Chen im Imbiss von „Onkel“ Wang einkehrt, wird ihm von der jungen Shanshan dann auch gleich vom Verzehr der Seefische abgeraten – zu giftig. Shanshan weiß, wovon sie spricht, denn schließlich ist sie in der Chemiefabrik Nr. 1 die Umweltbeauftragte. Chen verliebt sich fast augenblicklich in Shanshan und legt sich dementsprechend mächtig (wenn auch heimlich) ins Zeug, als sie einen Tag später in Schwierigkeiten gerät, weil ihr Chef wurde ermordet. Shanshan, die wegen der Umweltsünden der Fabrik im ständigen Clinch mit ihrem Vorgesetzten lag, ist die Hauptverdächtige. Zusammen mit Wachtmeister Huang, der ein glühender Verehrer des Oberinspektors ist, macht sich Chen daran, den Mord aufzuklären. Und dann mischt sich auch noch die Innere Sicherheit ein und verhaftet einen Umweltaktivisten namens Jiang, der irgendetwas mit Shanshan zu tun zu haben scheint. Und was wird jetzt eigentlich mit dem Börsengang der Chemiefabrik Nr. 1? Wer profitiert davon? Wer muss sich davor fürchten? Fragen über Fragen – und Chen klärt am Ende alles auf. Und zwar logisch.</p>
<p>Ja, normalerweise fasse ich den Inhalt knapper zusammen. Schon allein, um nicht zu spoilern. Aber glaubt mir, auch hier habe ich nur einen Bruchteil erwähnt. Denn schließlich gibt es da noch die Liebesgeschichte, die kritischen Passagen zur Umweltverschmutzung in China, die Stellen über das politische System – und vergesst mir die Lyrik nicht! Chen ist nämlich auch ein ganz wunderbarer Dichter, der nicht nur mit Zitaten anderer Literaten um sich werfen kann, sondern der auch noch selbst während der Ermittlungen ein wunderbares Gedicht namens „Weine nicht, Taihu“ schreibt (was dann übrigens auch der englische Originaltitel des Krimis ist: „Don’t cry, Tai lake“ – keine Ahnung, warum das in der deutschen Übersetzung so nicht übernommen wurde). Dieser Kriminalroman hat also noch einiges über den schnöden Mordfall hinaus zu bieten: Poesie, Liebe, Umweltschutz, Menschenrechte, Kommunismus und Regimekritik kommen nämlich ebenso vor, wie zum Beispiel Erklärungsversuche für das Regime – inklusive Verteidigung. Diese Passagen sind, aus westlicher Sicht, dann natürlich besonders interessant, denn wir sind hier ja derart damit beschäftigt, uns individuell zu entfalten, dass es schon ein wenig merkwürdig anmutet, dass es Menschen geben soll, die ihre eigenen Interessen freiwillig zum Wohle der Allgemeinheit zurückstellen, und dem „Volke dienen“, um mal einen Leitsatz der Volksrepublik China zu zitieren, der aber im Krimi selbst nicht vorkommt, denn da wird selbstverständlich Deng Xiaopings Devise „Fortschritt ist die oberste Priorität“ in Kontrast zum Umweltschutz gesetzt.</p>
<p>Schon allein die Randthemen haben mein lesendes Herz begeistert, weil Qiu Xiaolong sie zwar kritisch, aber trotzdem facettenreich gestaltet. Nicht alles ist einfach nur gut oder schlecht – das Leben ist und bleibt eine Mischung. Hinzu kommt dann natürlich noch der Mordfall, der harmlos anmuten mag, der aber gerade zum Ende hin mächtig an Fahrt aufnimmt. Ich konnte das Buch ab einer gewissen Stelle jedenfalls nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wer den Herrn Liu denn nun erschlagen hat. Und dann erst die Sprache! Qiu Xiaolong schreibt nicht nur flüssig, sondern auch poetisch. Soviel dürfte klar sein, denn ansonsten hätte er aus seinem Oberinspektor Chen schließlich keinen nebenberuflichen Dichter machen können. Dementsprechend ist „Tödliches Wasser“ ganz klar ein literarischer Kriminalroman – aber ein literarischer Kriminalroman, der bescheiden daherkommt. Nichts ist laut, grell, vordergründig oder gar aufdringlich, keine Figur wird bewusst in den Vordergrund gestellt (außer Chen natürlich, aber das muss beim ermittelnden Helden schließlich auch so sein, wobei selbst der Oberinspektor wunderbar dezent und vollkommen integer daherkommt). Ein unaufgeregter Krimi, der trotzdem bis zur letzten Seite spannend und interessant ist, der nicht trieft, obwohl es manchmal romantisch wird, der nicht belehrt oder moralisiert, obwohl entsprechende Themen vorkommen…</p>
<p>Hach, ich könnte jetzt eigentlich noch weiter schwärmen, denn schließlich lässt sich in „Tödliches Wasser“ noch viel, viel mehr finden als das, was ich bis jetzt angesprochen habe. Aber das könnt ihr auch alles schön mal selbst entdecken. Lest das Buch! Es lohnt sich!</p>
<p><strong>Qiu Xiaolong: Tödliches Wasser.</strong> Paul Zsolnay Verlag, 2011. Gebundene Ausgabe, 304 Seiten. 19,90 Euro (eBook 15,99 Euro)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1343/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1343/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1343&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Liebe, Liebe, Liebe – bis es von den Seiten trieft</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 07:45:14 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Heute ist Valentinstag. Da wird wohl diese Frage hier gestattet sein: Wie viel Liebe verträgt ein Krimi oder Thriller? Sie heißen Karen Rose oder Suzanne Brockmann oder Katherine Sutcliffe oder Linda Castillo oder Michele Albert oder Linda Howard oder Lisa &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/14/liebe-liebe-liebe-bis-es-von-den-seiten-trieft/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1351&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1352" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/566758_original_r_by_gc3bcnter-havlena_pixelio-de.jpg"><img class="size-medium wp-image-1352" title="© Günter Havlena/pixelio.de" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/566758_original_r_by_gc3bcnter-havlena_pixelio-de.jpg?w=300&#038;h=199" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">© Günter Havlena/pixelio.de</p></div>
<p>Heute ist Valentinstag. Da wird wohl diese Frage hier gestattet sein: Wie viel Liebe verträgt ein Krimi oder Thriller? Sie heißen Karen Rose oder Suzanne Brockmann oder Katherine Sutcliffe oder Linda Castillo oder Michele Albert oder Linda Howard oder Lisa Gardner und haben, neben der Tatsache, dass sie allesamt Eierstockträgerinnen sind, eine Gemeinsamkeit: sie machen in Romantic Suspense. Alle eben aufgelisteten Damen schreiben also romantische Krimis und Thriller. Aber wie passen Liebe und Mord denn zusammen? Müssten sie sich nicht eigentlich ausschließen. Nein, zumindest nicht, wenn es nach Karen Rose und Co. geht, denn hier verlieben sich echte Kerle in schutzlose Frauen. Und sie haben Sex. Sehr oft und sehr schwülstig.</p>
<p>Mit der Liebe an sich hätte ich kein Problem. Ich bin ja auch nur ein Mensch und so. Wenn es zu kitschig wird, schüttele ich mich meist nur kurz und lese dann einfach weiter. Aber diese verdammten Sexszenen ziehen mir meist meine Geschmackslatschen aus. Ich bin nun wahrlich alles andere als prüde, aber neunzig Prozent aller erotischen Buchpassagen sind nun einmal grottenschlecht be- und geschrieben. Da brauchen wir uns nichts vormachen. Wenn ich euch jetzt noch einmal daran erinnere, dass ja auch im Bereich Krimi gut achtzig Prozent reiner Müll sind, dann müssen wir keine Genies sein, um uns vorzustellen, wie es in einem Buch aussieht, in dem die neunzig auf die achtzig Prozent treffen. Das ist dann so eine Art nukleare Liebeskatastrophe.</p>
<p>Gut, ich persönlich konnte mit Liebesgeschichten in Romanen noch nie wirklich was anfangen. Als Teenager (Hormonexplosionen und so) dachte ich, dass „Die Dornenvögel“ voll romantisch wären. Irgendwann las ich dann zum Glück Jane Austen und konnte diesen Geschmacksauswurf durch „Stolz und Vorurteil“ ersetzen. Weiter reichen meine Kenntnisse in Sachen Liebesroman nicht. Wobei ich Jane Austen mit dieser Klassifizierung wahrlich Unrecht tue, denn sie war eine scharfe Gesellschaftszeichnerin ihrer Zeit, damit das mal klar ist.</p>
<p>ChickLit oder wie auch immer Weiberromane noch genannt werden möchten, ist also nicht mein Ding. Dementsprechend mag ich es auch gar nicht, wenn es in Krimis vor Liebe oder Sperma trieft. Beides weicht doch nur die Handlung auf und lässt den Mordfall verkümmern. Gegen Gefühl an sich habe ich jedoch nichts einzuwenden. Im Gegenteil. Gefühle bringen Figuren zum Leben. Da darf dann auch ruhig Liebe mit von der Partie sein – nur eben nicht so vordergründig, dass in meinem Hirn das Romantic-Suspense-Warnschild grell aufleuchtet.<br />
Da ja aber alles bekanntlich Geschmackssache ist und im Auge des Betrachters liegt (ich hätte noch mehr Allgemeinplätze im Angebot), geht jetzt mal die Frage an euch: Romantic Suspense – ja oder nein? Wie viel Liebe und Sex braucht der Krimi? Vielleicht auch nur Liebe? Oder nur Sex? Und warum fällt mir ums Verrecken eigentlich kein männlicher Romantic-Suspense-Autor ein? Egal, ihr seid dran! <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1351/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1351/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1351&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Lächeln mit Durchblick: „Dame, König, As, Spion“ von John le Carré</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Feb 2012 22:27:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
				<category><![CDATA[All-time stars]]></category>
		<category><![CDATA[Thrill]]></category>
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		<description><![CDATA[Ja, das ist der erste Thriller, den ich von John le Carré gelesen habe. Ja, ich gebe ganz offen und ehrlich zu, dass mich dieser ganze Agenten- und Spionagekram bis dato nicht wirklich interessiert hat. Selbst James Bond lässt mich &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/11/lacheln-mit-durchblick-%e2%80%9edame-konig-as-spion-von-john-le-carre/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1321&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1322" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/list.jpg"><img class="size-medium wp-image-1322" title="© List" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/list.jpg?w=200&#038;h=300" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© List</p></div>
<p>Ja, das ist der erste Thriller, den ich von John le Carré gelesen habe. Ja, ich gebe ganz offen und ehrlich zu, dass mich dieser ganze Agenten- und Spionagekram bis dato nicht wirklich interessiert hat. Selbst James Bond lässt mich kalt. Und ja, der einzige Grund, warum ich „Dame, König, As, Spion“ überhaupt gelesen habe, ist die Neuverfilmung, die momentan im Kino läuft, denn schließlich ist da mein Lieblingsschauspieler mit von der Partie (nein, nicht Gary Oldman und auch nicht Colin Firth – es ist Ciarán Hinds, der hier als Roy Bland zu sehen ist). Typisches Mädchenverhalten eben. Aber ich bin froh, dass mich mein Östrogen zu John le Carré gebracht hat. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich weiterhin einen weiten Bogen um seine Agententhriller gemacht und niemals entdecken dürfen, wie gut sie sind.</p>
<p>„Dame, König, As, Spion“ ist der fünfte Thriller rund um den britischen Agenten George Smiley. Smiley, inzwischen zwangspensioniert, wird wieder aktiviert, weil einer der fünf Top-Agenten des Circus ein Maulwurf sein und für den KGB arbeiten soll. Mitten im Kalten Krieg (der Thriller erschien erstmals 1974) ist das natürlich hoch brisant. Man könnte jetzt natürlich Action pur erwarten: wilde Verfolgungsjagden, explodierende Autos, gefolterte Menschen und diverse Schusswechsel und blutige Fluchtversuche. Ein paar schnelle Autos und vollbusige Frauen dürfen da selbstverständlich auch nicht fehlen. Stopp! John le Carré ist nicht Ian Fleming! Le Carré, der selbst jahrelang für den britischen Geheimdienst tätig war (zuerst MI5, dann MI6), hat mit George Smiley nämlich eine Art Anti-James-Bond erfunden. Seine Suche nach dem Maulwurf kommt ohne Explosionen und Action aus, denn die Spannung liegt in der psychologischen Struktur.</p>
<p>Statt auf den Glamour-Faktor des geheimnisvollen Agenten zu setzen, zeigt John le Carré, dass Spionage reines Handwerkszeug ist. Exotisches Handwerkszeug, ja. Aber eben Handwerkszeug. Die Handlung wird von ihm also nicht temporeich gestaltet, und er hetzt auch nicht durch die einzelnen Stationen, sondern er durchleuchtet seine Personen gründlich und klopft sie von allen Seiten vorsichtig ab. John le Carré ist dabei sehr präzise. Selbst der kleinste Klumpen Dreck unter den Fingernägeln fällt ihm auf. Seine Lupe, mit der er uns Lesern alle Vorzüge und Makel, Stärken und Schwächen seiner Figuren zeigt, ist die Sprache: schlicht aber lebendig, alltäglich aber interessant &#8211; mit einem permanent lakonischen Unterton. Dadurch passiert etwas ganz Großartiges: der Thriller wird zeitlos. Das klingt jetzt erst einmal unlogisch, denn schließlich spielt er ja während des Kalten Krieges und hat dementsprechend einen ganz eindeutigen Zeitbezug. Die Figuren – allen voran natürlich George Smiley – sind aber derart modern, so ganz ohne Staub oder Patina, dass das Geschehen unheimlich aktuell und nach wie vor brisant wirkt. Ein Qualitätsmerkmal? Ein Klassiker? Ja und noch einmal ja.</p>
<p>Zugegeben, Agententhriller gehören auch nach dieser wohltuend lebendigen und unpathetischen Lektüre nicht zu meinen Lieblingen, aber die Bücher von John le Carré lasse ich mir gerne gefallen. Es war das erste Mal, dass ich seinem George Smiley begegnet bin, es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.</p>
<p><strong>John le Carré: Dame, König, As, Spion.</strong> List, 2012 (erstmals 1974 veröffentlicht). Taschenbuch, 416 Seiten. 9,99 Euro (nicht als eBook erhältlich)</p>
<span style="text-align:center; display: block;"><a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/11/lacheln-mit-durchblick-%e2%80%9edame-konig-as-spion-von-john-le-carre/"><img src="http://img.youtube.com/vi/D-rNnM4RuvU/2.jpg" alt="" /></a></span>
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			<media:title type="html">© wuestenfux/pixelio.de</media:title>
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			<media:title type="html">© List</media:title>
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		<title>Kriminell ist alle Theorie: „Das Mörderische neben dem Leben“ von Thomas Wörtche</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 08:15:08 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Mit Krimis verhält es sich eigentlich wie mit dem Motto eines jeden Swingerclubs: Alles kann, nichts muss. (Wahlweise auch als freies Zitat vom Krimiblogger Ludger zu lesen. ) Denn ein Krimi kann alles &#8211; und alles kann ein Krimi sein. &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/09/kriminell-ist-alle-theorie-%e2%80%9edas-morderische-neben-dem-leben-von-thomas-wortche/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1327&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1328" class="wp-caption alignleft" style="width: 167px"><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/libelle.jpg"><img class="size-full wp-image-1328" title="© Libelle" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/02/libelle.jpg?w=640" alt=""   /></a><p class="wp-caption-text">© Libelle</p></div>
<p>Mit Krimis verhält es sich eigentlich wie mit dem Motto eines jeden Swingerclubs: Alles kann, nichts muss. (Wahlweise auch als <a href="http://streetread.wordpress.com/2012/02/08/umfrage-krimi/#comments" target="_blank">freies Zitat vom Krimiblogger Ludger</a> zu lesen. <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) Denn ein Krimi kann alles &#8211; und alles kann ein Krimi sein. Wer den Krimi mit all seinen Begrifflichkeiten in ein enges Definitionskorsett oder sperrige Denkschubladen stecken will, der scheitert. Trotzdem beschäftigt die Frage „Was ist Krimi?“ die Experten rund um den Globus. Thomas Wörtche, der hierzulande als der wichtigste Krimikenner überhaupt gilt, stellt sich diese Frage zwar auch, macht in seinem Buch aber gleich zu Anfang klar, dass es darauf keine Antwort geben kann.</p>
<p>Und doch – er versucht sie zu beantworten, diese Frage, indem er Krimis nicht als große Einheit betrachtet (die es dank der Vielfalt per se nicht geben kann), sondern einzelne Spotlights setzt, sich lesend durch das 20. Jahrhundert wühlt und sich empathisch von Schriftsteller zu Schriftsteller hangelt, dabei aber nie den Überblick verliert. Ja, Wörtche kennt sich aus. Das merkt man in jedem Themenabschnitt wieder. Manchmal wirft er mit Fachbegriffen um sich, mal reiht er Schriftstellernamen an Schriftstellernamen. Wer sich einfach nur ein paar Lesetipps abholen möchte, wird in diesen Kapiteln kräftig durchgeschüttelt und verwirrt. Es sind die Kapitel, in denen der Krimi zur bloßen Theorie verkommt und in einen luftleeren Raum gestellt wird. Doch diese Passagen verschwinden zum Glück recht schnell im Schatten all der klugen und sinnigen Worte, die Wörtche, der manchmal vielleicht etwas zu sehr engagierter Stilfetischist, in seinen Um- und Beschreibungen da von sich gibt.</p>
<p>So zeigt er zum Beispiel auf, wie frei von Schubladen der Krimi seiner Meinung nach ist, unterscheidet aber zugleich zwischen „Grimi“, „Krimi“ und Kriminalliteratur &#8211; was nicht nichts mit den Subgenres, wohl aber mit der Qualität zu tun hat. Frei von der Leber weg gesteht Wörtche, dass 80 Prozent der veröffentlichten Bücher des Genres Schrott und Schotter sind, 10 Prozent Konfektion und wiederum 10 Prozent Literatur. Und dann schöpft er voll aus seinem Wissen, teilt ein, erklärt, bewertet und so weiter. Das ist wie ein großes Kuchenbüfett, wo man sich dann nur noch die besten Stücke aussuchen muss.</p>
<p>Das ist alles sehr interessant und lehrreich und dementsprechend wichtig. Mich hat es aber auch zum Nachdenken gebracht. Zum einen habe ich erkannt, dass ich die Grimis ebenso gerne lese wie die Kriminalliteratur. Zum anderen setze ich für mich aber auch andere Schwerpunkte als es Thomas Wörtche für die Krimiallgemeinheit tut. Für ihn muss ein richtig guter Schreibstil zum Beispiel immer an eine richtig gute Geschichte gekoppelt sein. Mir reicht da schon die schöne Sprache aus, während mich radebrechend geschriebene, aber spannende Handlungen völlig kalt lassen. Für ihn gehören etwa die Bücher von Elizabeth George bereits zu den Grimis, während sie für mich ganz eindeutig Krimis sind. Schließlich geht es noch eine ganz gehörige Portion banaler und stilistisch schlechter. Gut, solche Bücher erwähnt Wörtche erst gar nicht, aber sie werden ja trotzdem en masse gelesen. Und dann wurde mir noch eine weitere Erkenntnis auf den Pelz gebrannt, nämlich dass mein Blog hier in Sachen Krimirezeption komplett irrelevant ist. Ich lese ein Buch nach dem nächsten und blogge anschließend meine Meinung darüber. Ich setze nichts in Beziehung zueinander, verwende kaum Fachbegriffe, kategorisiere zwar, aber klassifiziere nicht.</p>
<p>Das hat mich schon ein wenig ins Stocken gebracht. Wenn ich all das, was TW da von sich gibt, auf meinen Umgang mit Kriminalliteratur beziehe und übertrage, dann bin ich hier derart banal, dass ich eigentlich umgehend aufhören müsste, meine Meinung in die Öffentlichkeit zu tröten. Aber nach dem Innehalten kam das Lächeln. Natürlich mache ich hier genau so weiter. Schließlich nenne ich mich selbst nicht Expertin. Ich bin eine Leserin auf krimineller Entdeckungsreise. Mögen sich die Experten doch die Köpfe heiß denken, woher der Krimi kommt und wohin es mit ihm gehen mag. Meine Kompetenzen liegen woanders, denn schließlich ist die Krimileserei nur ein Hobby von mir. Ein geliebtes Hobby, ja, aber eben nur ein Hobby. Gerne lasse ich mich von den Menschen, die mit ihren Texten und Gedanken zur Kriminalliteratur ihr Geld verdienen belehren und bilden. Ebenso dankbar nehme ich deren Lesevorschläge entgegen. Womit jetzt also wieder alles am richtigen Platz wäre. Und das Buch vom Wörtche empfehle ich euch natürlich. Damit ihr mal einen Eindruck davon bekommt, wie Profis mit dem Thema umgehen.</p>
<p><strong>Thomas Wörtche: Das Mörderische neben dem Leben.</strong> Libelle, 2008. Broschiert, 208 Seiten. 19,90 Euro (nicht als eBook erhältlich)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1327/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1327/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1327&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">Rainer Sturm/pixelio.de</media:title>
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		<title>Mörderische Hundescheiße: „Das Orakel von Port-Nicolas“ von Fred Vargas</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Feb 2012 08:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Crime]]></category>
		<category><![CDATA[Aufbau Verlag]]></category>
		<category><![CDATA[Das Orakel von Port-Nicolas]]></category>
		<category><![CDATA[Die drei Evangelisten]]></category>
		<category><![CDATA[Kröte Bufo]]></category>
		<category><![CDATA[Krimi]]></category>
		<category><![CDATA[Louis Kehlweiler]]></category>
		<category><![CDATA[Ludwig Kehlweiler]]></category>
		<category><![CDATA[Paris]]></category>

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		<description><![CDATA[Da ist er also endlich! Louis Kehlweiler (auch mal gerne Ludwig genannt, was ihm aber schnurzpiepegal ist)! Was habe ich mich doch auf Louis/Ludwig und seine Kröte Bufo gefreut! Was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil, &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/06/morderische-hundescheise-%e2%80%9edas-orakel-von-port-nicolas-von-fred-vargas/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1216&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1217" class="wp-caption alignleft" style="width: 191px"><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2011/12/aufbau1.jpg"><img class="size-medium wp-image-1217" title="© Aufbau" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2011/12/aufbau1.jpg?w=181&#038;h=300" alt="" width="181" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© Aufbau</p></div>
<p>Da ist er also endlich! Louis Kehlweiler (auch mal gerne Ludwig genannt, was ihm aber schnurzpiepegal ist)! Was habe ich mich doch auf Louis/Ludwig und seine Kröte Bufo gefreut! Was soll ich sagen? Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Im Gegenteil, denn ich habe viel mehr bekommen, als ich mir jemals von diesem Krimi, der übrigens der zweite in der Evangelisten-Trilogie ist, wobei er irrtümlich gerne als dritter Fall angesehen wird, weil „Der untröstliche Witwer von Montparnasse“ zuerst ins Deutsche übersetzt wurde, was ja aber nichts an der geschriebenen Reihenfolge ändert, hätte wünschen können.</p>
<p>Louis Kehlweiler also. Lasst mich ihn ein wenig beschreiben und umschwärmen. Louis ist 50 Jahre alt und sieht verdammt gut aus. Allerdings nur, wenn man nahe an ihm dran steht. Ansonsten wirkt er eher abweisend und verkniffen, was auch daran liegen mag, dass er humpelt. Steifes Bein und so. In seiner Tasche schleppt er immer seine Kröte Bufo mit sich herum. Ein bescheuertes Tier. Deswegen redet er auch so simpel wie möglich mit ihr, damit sie es auch ja kapiert. Laut eigenen Aussagen ist Bufo nicht mehr so bescheuert wie damals, als er sie bekam. Dafür aber älter. Louis ist ein Langschläfer mit gebrochenem Herzen und ein Informationsjunkie. Außerdem hat er in ganz Paris seine Spitzel. Wie zum Beispiel Marthe, eine über 70-jährige ehemalige Prostituierte, der derzeit beim Ludwig im Bunker haust, weil sie aus ihrer eigenen Bude geflogen ist. Oder Vincent, der Journalist, mit dem sich Kehlweiler die Bank 102 in diesem Krimi teilt, denn Ludwig hat die wichtigsten Pariser Beobachtungsposten nummeriert: 137 Bänke und 64 Bäume.</p>
<p>Louis war mal beim Innenministerium, wurde dort gefeuert, benutzt aber noch seine alten Visitenkarten, um auf eigene Faust zu ermitteln, wenn es etwas zu ermitteln gibt. Und wenn nicht, dann buddelt Louis eben so lange im Dreck, bis es tatsächlich etwas zu ermitteln gibt. So wie im „Orakel von Port-Nicolas“, wo Kehlweiler in einem Hundehaufen einen halbverdauten menschlichen Zehenknochen findet. Die Polizei will von dieser Entdeckung nichts wissen, was Louis nur recht ist. Der Fall gehört ihm, er muss ihn aufklären. Allerdings nicht ohne Hilfe. An dieser Stelle kommen dann auch endlich die <a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2011/12/05/drei-heilige-und-ein-bulle-%E2%80%9Edie-schone-diva-von-saint-jacques-von-fred-vargas/" target="_blank">drei Evangelisten</a> ins Spiel. Marc, der schon seit ein paar Wochen Zeitungsinformationen für Kehlweiler sichtet, wird zum Hundeausspionieren verdonnert und spannt dann nach und nach auch Mathias und Lucien ein. (Letztgenannter kommt zum Glück nur sporadisch vor, was eine Wohltat fürs Gemüt ist, weil mir sein Kriegsduktus im ersten Band schon wenig auf die Nerven ging.) Schnell kommt heraus, dass der Hund, ein Pitbull übrigens, gar nicht aus Paris stammt, denn er und sein Besitzer wohnen eigentlich in der Bretagne. In Port-Nicolas, um genau zu sein. Also macht sich Louis Kehlweiler auf den Weg. Und tatsächlich, in Port-Nicolas gibt es eine Leiche! Aber wer ist denn jetzt nur der Mörder?</p>
<p>Zugegeben, der Krimi hat durchaus seine Längen, denn nicht immer geht es um die Ermittlungen. Dafür ist Kehlweiler aber auch einfach viel zu interessant. Wenn <a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2011/08/30/plog-%E2%80%9Eder-verbotene-ort%E2%80%9C-von-fred-vargas/" target="_blank">Adamsberg ein Wolkenschubser</a> ist, dann kann man Kehlweiler durchaus als Dreckwühler bezeichnen. Die beiden Ermittler, die sich übrigens in „Es geht noch ein Zug von der Gare du Nord“ begegnen und zu Freunden werden (womit ich noch einen Krimi auf meine das-musst-du-unbedingt-lesen-Liste setze), könnten unterschiedlicher also nicht sein. Trotzdem sind sie sich in ihrer verschrobenen Art und der anderen Denkweise, die vom gesellschaftlichen Durchschnitt stark abweicht, höchst ähnlich. Herrlich! Und dann erst die Evangelisten! Ja doch, sie sind hier allesamt etwas blass und kommen kaum zum Zuge, aber bei einem Protagonisten wie Kehlweiler ist das ja nun auch irgendwie verständlich, oder? Trotzdem werden sie von Fred Vargas nicht stiefmütterlich behandelt. Der Französin gelingt hier nämlich etwas spielend, um das sich viele Krimischriftsteller vergeblich bemühen: sie haucht ihren Figuren Leben ein. Wie sie das macht? Nun, sie spendiert auch noch der unwichtigsten Nebenfigur eine plastische Vergangenheit. Nichts entsteht einfach nur so im Laufe der Handlung und verpufft nach einem lauen Seufzer recht schnell wieder, sondern begründet sich in etwas, das schon lange vorher da gewesen ist. Es geht ihr eben nicht um irgendwelche billigen Effekte und Knallmomente, sondern um die Menschen an sich, die sie, trotz aller kuriosen Charaktereigenschaften und verschrobenen Wortgeplänkel, so ernst wie nur möglich nimmt. Fred Vargas ehrt und liebt und achtet und respektiert ihre Figuren. Vielleicht macht das den schriftstellerischen Erfolg der Französin aus. Ganz bestimmt lässt sich damit aber der Lesegenuss, der mit jedem ihrer Krimis einhergeht, begründen.</p>
<p><strong>Fred Vargas: Das Orakel von Port-Nicolas. </strong>Aufbau, 2003. Taschenbuch, 285 Seiten. 8,95 Euro (nicht als eBook erhältlich)</p>
<p>Auch enthalten in:</p>
<p><strong>Fred Vargas: Die drei Evangelisten.</strong> Aufbau, 2011. Gebundene Ausgabe, Seite 245 bis 477. 19,99 Euro (nicht als eBook erhältlich)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1216/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1216/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1216&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">nantik</media:title>
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			<media:title type="html">© Aufbau</media:title>
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		<title>Absolut gefühlsecht: „Das Mädchen mit den Schmetterlingen“ von Carol Coffey</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 07:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nantik</dc:creator>
				<category><![CDATA[Crime]]></category>
		<category><![CDATA[Autismus]]></category>
		<category><![CDATA[Carol Coffey]]></category>
		<category><![CDATA[Das Mädchen mit den Schmetterlingen]]></category>
		<category><![CDATA[Familiengeheimnis]]></category>
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		<category><![CDATA[Kitsch]]></category>
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		<category><![CDATA[Vatermord]]></category>

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		<description><![CDATA[Alle männlichen Leser können eigentlich gleich wieder gehen. Nicht, dass ich euch diskriminieren möchte, aber dieser Krimi ist ganz eindeutig nur etwas für Frauen. Auch diese Aussage ist natürlich ziemlich gewagt. Bücher sind ja schließlich für alle da. Wer sie &#8230; <a class="more-link" href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/02/03/absolut-gefuhlsecht-%e2%80%9edas-madchen-mit-den-schmetterlingen-von-carol-coffey/">Weiterlesen&#160;<span class="meta-nav">&#8594;</span></a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1264&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1265" class="wp-caption alignleft" style="width: 199px"><a href="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/goldmann.jpg"><img class="size-medium wp-image-1265" title="© Goldmann" src="http://mycrimetime.files.wordpress.com/2012/01/goldmann.jpg?w=189&#038;h=300" alt="" width="189" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">© Goldmann</p></div>
<p>Alle männlichen Leser können eigentlich gleich wieder gehen. Nicht, dass ich euch diskriminieren möchte, aber dieser Krimi ist ganz eindeutig nur etwas für Frauen. Auch diese Aussage ist natürlich ziemlich gewagt. Bücher sind ja schließlich für alle da. Wer sie lesen möchte, ist willkommen. Aber sind wir doch mal ehrlich: Es gibt tatsächlich Bücher, die vorwiegend für Männer oder eben für Frauen geschrieben wurden. Wobei dieser Roman vielleicht auch für manche Frau ein wenig zuviel Gefühl beinhalten könnte. Lasst es mich mal so sagen: Wer die Romane von Kate Morton und Donna Milner kennt und mag, der wird auch mit dem Erstling der irischen Schriftstellerin Carol Coffey etwas anfangen können. Der Rest sollte nun das Weite suchen, denn jetzt wird’s kitschig.</p>
<p>Manch einer könnte behaupten, dass „Das Mädchen mit den Schmetterlingen“ eigentlich gar kein richtiger Krimi ist. Am Anfang steht ein Mord, der am Ende aufgeklärt wird. Dazwischen gibt es eine Familiengeschichte auf drei Ebenen, die furchtbar traurig und tragisch und gefühlsduselig ist. Normalerweise mag ich es ja gar nicht, wenn es rührselig zwischen den Seiten tropft und trieft, aber hier passt einfach alles zusammen! Selten habe ich mich derart emotional einfangen lassen.</p>
<p>Da wäre also Tess. Tess ist 21 Jahre alt, als sie 1981 aus der Psychiatrie in Dublin entlassen wird. Vor zehn Jahren soll sie ihren Vater am Ufer eines Sees in ihrem Heimatdorf Árd Glen erschlagen haben. Was damals genau geschehen ist, konnte niemals herausgefunden werden, denn Tess ist, wie auch ihr jüngerer Bruder Ben, Autist. Also wird Tess eben in die Psychiatrie eingewiesen. Zehn Jahre lang bekommt sie weder von ihrer Schwester Kate noch von ihrem Bruder Seán Besuch. Ihre Mutter Maura ist bereits vor dem Vater jämmerlich krepiert. Nur Doktor Cosgrove sorgt und kümmert sich um das Mädchen, das im zarten Alter von elf Jahren einen grausamen Mord begangen haben soll. Ausgerechnet an dem See, der für sie Zufluchtsstätte war, weil sie dort ihre geliebten Schmetterlinge ungestört beobachten konnte. Und dann gibt es da noch Leroy in der Anstalt, der eigentlich Declan heißt, auch Patient ist und zu Tess’ bestem Freund wird.</p>
<p>Das alles erfährt man als Leser aber erst nach und nach, denn zuerst ist man mit dabei, als Tess die Anstalt verlässt und auf den Hof ihres Bruders und ihrer Schwester zurückkehrt. Nicht, dass die beiden sie abholen würden. Das überlassen sie dem Knecht Dermot Lynch, einem Zugezogenen aus Galway, der Tess nicht kennt und nicht einmal weiß, dass sie Autistin ist. Bei solch unfairen Voraussetzungen war ich natürlich gleich von Anfang an auf der Seite von Tess und fand Kate und Seán, noch bevor ich sie kennenlernte, furchtbar und schrecklich gefühlskalt. Wer lässt denn bitteschön die eigene Schwester zehn Jahre lang in einer Anstalt verrotten? Diese Meinung habe ich dann aber recht schnell geändert, denn Carol Coffey macht hier etwas ganz Wunderbares: Sie erzählt in drei verschiedenen Zeitebenen die Geschichte dieser Familie.</p>
<p>Mal ist man im Jahr 1981 und bekommt mit, wie sich Tess wieder an ein „normales“ Leben zu gewöhnen versucht, wie sie alte Schuld begleichen will und wie sich der Journalist Sam Moran an dem alten Mordfall festbeißt, um als Reporter endlich mal wieder eine richtig gute Story verzapfen zu können. Mal ist man im Jahr 1971 und erfährt, wie Tess und ihre drei Geschwister denn vorher so gelebt haben, warum die Mutter gestorben ist und warum der Tod des Vaters für alle eigentlich eine Erleichterung war, obwohl er selbst nach seinem Ableben dank seines Testaments noch mächtig viel Schaden angerichtet hat. Und dann gibt es da noch die Zeitlinie, die 1948 beginnt und in der die Geschichte von Maura, der Mutter von Seán, Kate, Tess und Ben erzählt wird.</p>
<p>Nach und nach setzen sich so ganz viele Puzzleteile zusammen und es entsteht ein wahrhaft tragisches Familienbild. Jeder Charakter wird von Carol Coffey dabei derart plastisch gezeichnet, dass ich nicht nur Wut, sondern auch Mitleid, Freude und Leid für jeden von ihnen empfinden konnte. Einen besonderen Schwerpunkt legt die Autorin vor allem auf das Thema Autismus. Hier bringt sie eigene Erfahrungen ein, weil sie lange Zeit mit geistig behinderten Menschen gearbeitet hat, was man diesem feinfühligen und Klischee freiem Roman auch durchaus anmerkt. Doch auch Themen wie Liebe, Vergebung, Reue und Schuld finden in diesem fein komponierten Melodram einen Platz.</p>
<p>Zugegeben, der Kriminalfall kommt durch all die facettenreichen Gefühle und Familiengeheimnisse (von denen gibt es wirklich eine Menge!) nur am Rande vor. Das ist aber nicht schlimm oder gar ungewöhnlich. <a href="http://mycrimetime.wordpress.com/2012/01/01/nackte-todeswarteschleife-%E2%80%9Eblutstein-von-johan-theorin/" target="_blank">Johan Theorin</a> arbeitet ja schließlich auch so. Außerdem ist die Auflösung, die lange, lange Zeit vollkommen klar und voraussehbar dazuliegen scheint, derart überraschend, dass das ein weiterer Pluspunkt für diesen Roman ist. Ich habe jedenfalls mit Freude gelitten und geschnieft, als ich auf den Spuren dieser wunderbaren Familie wandeln durfte. Wenn Kitsch mich positiv beeindrucken kann, dann will das schon etwas heißen. Wer auch mal wieder Gefühl pur zwischen ein paar hundert Buchseiten genießen möchte, dem lege ich „Das Mädchen mit den Schmetterlingen“ unbedingt ans Herz. Wer mit Kitsch, so gut er auch sein mag, allerdings gar nichts anfangen kann, sollte die Finger von diesem Roman lassen.</p>
<p><strong>Carol Coffey: Das Mädchen mit den Schmetterlingen.</strong> Goldmann, 2011. Taschenbuch, 384 Seiten, 8,99 Euro (eBook 7,99 Euro)</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/mycrimetime.wordpress.com/1264/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/mycrimetime.wordpress.com/1264/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=mycrimetime.wordpress.com&amp;blog=22454236&amp;post=1264&amp;subd=mycrimetime&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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